Wasserführende Pellet- und Kaminöfen im Vergleich

8.12.2014

wasserführender Pelletofen gegen wasserführenden Kamin

Wassertechnik für Kamin- und Pelletöfen ist ein vielfach unterschätztes Thema. Wir wollen deshalb einen Vergleich zwischen wassergeführten Pellet- und Kaminöfen durchführen, um Ihnen bei der Entscheidung für diese Ofentypen weiterzuhelfen.

 

 

Kurze Definition der Bezeichnung „wasserführend“

 

Als „wasserführend“ werden Feuerungsanlagen bezeichnet, die über eine Wassertasche verfügen. Das darin enthaltene Wasser wird während des Verbrennungsvorgangs erhitzt und kann entweder in die Zentralheizungsanlage eingespeist oder für warmes Brauchwasser genutzt werden. Mit einem wasserführenden Kamin- oder Pelletöfen können Sie somit mehrere Aufgaben erfüllen.

 

Zunächst wollen wir wissen, wie viel Brennstoff Pelletöfen und Kaminöfen mit Wassertechnik benötigen. Deshalb benötigen wir den Leistungsbedarf der zu beheizenden Wohnräume.

 

 

Unser Beispielhaus

 

Unser Beispielhaus verfügt über eine Wohnfläche von 150 Quadratmetern und wurde Mitte der 1980er-Jahre erbaut. Die Wärmedämmung entspricht dem bundesweiten Durchschnitt. Um die Berechnung möglichst einfach zu halten, verzichten wir auf eine spezifische Heizlast.

 

Damit es in diesem Beispielhaus warm wird, benötigen Sie 150 Watt an Leistung pro Quadratmeter.

 

150 Quadratmeter Wohnfläche x 150 Watt = 22.500 Watt = 22,5 kW

 

Um das gesamte Haus zu erwärmen, benötigen Sie also 22,5 kW.

 

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Sie Ihre Wohnräume acht Stunden lang beheizen müssen, damit es dort warm bleibt und auch über Nacht nicht zu stark auskühlt.

 

Pro Tag benötigen Sie also 180 kwh an Energie.

 

8h Heizdauer x 22,5 kW = 180 kWh

 

 

Wie viel Brennstoff wird benötigt?

 

Der Energiebedarf für das 150 Quadratmeter Wohnfläche messende Haus beträgt pro Tag 180 kWh. Jetzt wollen wir wissen, wie viel Holz/Holzpellets Sie täglich benötigen.

 

Ein Kilo Holz hat einen Heizwert von ca. 4 kW

 

Tagesleistungsbedarf (Heizphase): 180 kW

 

180 kW/Heizphase : 4 kW/kg = 45 kg Holz pro Tag

 

Ein Kilo Holzpellets haben einen Heizwert von ca. 5 kW

 

Tagesleistungsbedarf (Heizphase): 180 kW

 

180 kW/Heizphase : 5 kW/kg = 36 kg Pellets pro Tag

 

Wenn Sie also 150 Quadratmeter beheizen wollen, benötigen Sie bei unserer Rechnung täglich 45 Kilogramm Holz oder 36 Kilogramm Holzpellets.

 

Ein wichtiger Aspekt für den Betrieb einer Holzfeuerungsanlage ist das Nachlegen.

 

Beim wassergeführten Pelletofen: Der Tank eines wasserführenden Pelletofens ist für ca. 30 Kilogramm Holzpellets ausgelegt. Sie müssen bei einem Pelletbedarf von 36 Kilogramm pro Tag also einmal täglich nachfüllen.

 

Beim wasserführenden Kaminofen: 3 Kilogramm Holz passen im Durschnitt in den Feuerraum eines wasserführenden Kaminofens. Bei einem Bedarf von 45 Kilogramm Holz müssen Sie täglich mindestens 15 Mal Holz nachlegen. Bei einer Heizdauer von 8 Stunden bedeutet dies, dass Sie ca. jede halbe Stunde Holz in den Feuerraum geben müssen.

 

 

Welche Steuerungsmöglichkeiten gibt es?

 

Wasserführende Pelletöfen spielen bei der Steuerung viele Vorteile aus. Schon das Anfeuern gestaltet sich beim Pelletofen sehr einfach. Per Knopfdruck wird gestartet und schon kurz danach erreicht der Ofen seine Maximaltemperatur, die für die Wassererwärmung benötigt wird. Ist die Temperatur erreicht, schaltet sich der Pelletofen automatisch wieder aus. Auch aus der Ferne können Pelletöfen mit einem entsprechenden Modul auch per Smartphone-App bedient und programmiert werden.

 

Diese Vorteile entfallen beim wassergeführten Kaminofen. Neben der längeren Phase beim Anheizen kann die Energieproduktion auch nicht sofort gestoppt werden. Wird also zu viel Holz aufgelegt, kann es zu Überhitzung von Wohnräumen kommen. Beim Pelletofen ist dies nahezu unmöglich.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Handhabung: Das Anheizen und Beheizen von Öfen mit Scheitholz muss erst gelernt werden. Denn eine falsche Nutzung kann entweder zur Überhitzung oder zu einer geringen Auslastung des Ofens und somit zu einem ineffizienten Betrieb führen. Einen Kaminofen zu besitzen, heißt also lernen!

 

 

Kosten und Sparmöglichkeiten

 

Pelletöfen bieten Hausbesitzern den Vorteil, dass sie über das BAFA gefördert werden können. Bei Kaminöfen lassen sich lediglich die Kosten für die Montage als Handwerkerleistung von der Steuer absetzen.

 

Da die Brennstoffpreise von Pellets und Scheitholz pro Kilogramm nahezu auf dem gleichen Niveau liegen, unterscheiden sich Pellet- und Kaminöfen hier vor allem beim Verbrauch. Dieser ist bei Pelletöfen bedingt durch die höhere Energieleistung von Pellets um 20 Prozent geringer. Bei den Wirkungsgraden liegen wasserführende Pelletöfen durchschnittlich weit über 90 Prozent, Kaminöfen mit Wasserführung bei über 80 Prozent.

 

Wer einen wasserführenden Kaminofen nutzt, kann jedoch dadurch sparen, dass er Holz selbst im eigenen Wald schlägt und verwendet. Durch Selbstabholung von Feuerholz lässt sich nochmals Geld sparen.

 

 

Die Atmosphäre

 

Ein gemütliches Kaminfeuer mit knackenden Holzscheiten, einem faszinierenden Flammenbild und kuscheliger Strahlungswärme zeichnet den Kaminofen aus. Hier spielt dieser Ofentyp eindeutig seine Vorteile aus. Denn Pelletöfen bieten kein vergleichbares Flammenbild. Ebenso erzeugen sie nur wenig Strahlungswärme.

 

Wer also auf Wohligkeit und ein gemütliches Kaminfeuer setzt, liegt mit einem Kaminofen richtig.

 

 

Design und Aussehen

 

Die Hersteller von Kaminöfen haben in den letzten Jahren viel dazu beigetragen, dass Holzöfen ihr altbackenes Image nahezu verloren haben. Moderne, wasserführende Kaminöfen wirken meist wie exklusive Designermöbel und nicht wie ein funktionales Gerät.

 

Bei Pelletöfen ist diese Tendenz zwar ebenfalls zu spüren. Doch aufgrund der im Pelletofen verbauten Technik kann dieser bei weitem nicht so elegant und schick gebaut werden wie der Kaminofen.

 

Wer auf Design setzt, findet bei Kaminöfen eindeutig mehr Auswahl.

 

 

Zusammenfassung

 

Wer Funktionalität und Effizienz über Design und Atmosphäre stellt, wird sich wahrscheinlich für einen wasserführenden Pelletofen entscheiden. Neben hohen Wirkungsgraden, einer einfachen Bedienung und Förderungsmöglichkeiten ist es auch die nahezu automatische Feuerung, die nicht nur Pragmatiker überzeugen wird.

 

Wer Gemütlichkeit mit praktischem Nutzen verbinden will und weniger auf Automatisierung setzt, wird sich vermutlich eher einen wasserführenden Kaminofen anschaffen.

 

In beiden Fällen helfen wir Ihnen gerne weiter und beraten Sie noch einmal ausführlich zu allen Details beim Kauf von wasserführenden Öfen. Eines vorweg: vor allem bei der Wassertechnik gibt es nämlich noch zwei weitere Möglichkeiten, die Sie in Betracht ziehen sollten. Dies sind wasserführende Heizeinsätze für Kachelöfen sowie Holzherde, die beide durch noch höhere Wirkungsgrade sowie noch mehr Funktionalität überzeugen können.